彻底的绝望是剧作家的福祉 „Wir sind der Schmerz“ - Zum Tod von Tankred Dorst

北京德国文化中心歌德学院2020-03-29 11:47:37

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他曾获格奥尔格·毕希纳奖和弗里施奖(Max Frisch-Preis),毕生成就受到德国浮士德戏剧奖(Der Faust)的表彰。坦克雷德·多斯特享年91岁本文发表于2017年6月。


坦克雷德·多斯特(Tankred Dorst)对“世界的可怕现状” 从未怀抱幻想。作为一位剧作家,他曾说:“彻底的绝望是剧作家的福祉,前者为后者提供素材。”对他来说,充满童话和传说、愿景与冲突的世界是他戏剧作品取之不尽,用之不竭的灵感源泉。周四,这位伟大的讲故事能手在家乡柏林去世,享年91岁。
 

在过去50年,坦科雷特·多尔斯特曾创作50多部戏剧——是德国当代戏剧界最重要、最多产的作家之一。2015年12月,在其90岁诞辰之际,柏林艺术节大剧院(das Haus der Berliner Festspiele)为他举办了热烈的庆祝活动,他还宣称自己正在创作一部新作品。他当时说“我还要再写一部作品”,他拄着拐杖的银色把手,精神矍铄。直到去世之前,多尔斯特总是热衷于参加各类文化活动,总是低调而专注,譬如在首都举办地的文化活动,比如在苏坎普出版社的前负责人乌拉·文瑟尔德-贝尔科维茨(Ulla Unseld-Berkéwicz)活动的场合中。


其代表作《梅林或荒芜之地》(Merlin oder Das wüste Land)至今仍是反战题材中最重要的戏剧作品,1981年在杜塞尔多夫剧院首演。这个围绕着魔法师和恶魔之子梅林展开的新版亚瑟王传奇篇幅多达400多页,有97个场景,可达十个小时,对于每个跃跃欲试的戏剧导演来说都是挑战。德国《时代周报》(die Zeit)形容其为“像瓦格纳的《尼伯龙根指环》一样,气势恢宏地描述世界走向没落的景象。”
 

《梅林或荒芜之地》| © amazon.de


“世界的没落”—— 早就成为多斯特毕生的主题。他的父亲是图林根州欧柏林德区(Oberlind)的一位工厂主任,多斯特六岁时,父亲去世。多尔斯托17时在大战结束前被派往西方战线,在美国做了多年战俘。回到家乡后他飘萍无依,无所适从,直到求学期间在一家慕尼黑成人木偶剧场的工作为他带来了转机。
 

他的首部重要作品《曲线》(Die Kurve)1960年在吕贝克首映,引起了西德意志广播电台的关注。不久,他与彼得·扎德克(Peter Zadek)展开长期共同创作,出版社当年称彼得·扎德克为“伦敦来的少年天才”。《托勒》(Toller)、《冰河纪》(Eiszeit)和《在钦博拉佐山上》(Auf dem Chimborazo)等作品被搬上舞台,后来还有《科博斯》(Korbes)、《卡洛斯》(Karlos)和《保罗先生》(Herr Paul)。甚至还有《克拉拉的母亲》(Klaras Mutter)和《铁汉斯》(Eisenhans)等电影作品。
 

1990年在毕希纳奖颁奖典礼上,颁奖人格奥尔格·亨泽尔(Georg Hensel)说:“在数十年间,没有任何一位剧作家能像多斯特一样拥有管风琴般广阔的音域:感伤、纯真、笨拙、情感充沛、又富于幽默、反讽、挖苦、闹剧般的嘲弄、卑劣——又立场鲜明。”乌托邦中人物的失败总是串联起多斯特不同形式和主题作品的黑色主线。
 

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20世纪70年代开始,比他小15岁兼任编剧和导演助理乌尔苏拉·艾勒(Ursula Ehler)成为他另一个自我,也成为他的妻子——更是他大部分作品的共同创作者。导演兼好友汉斯·诺恩费尔斯(Hans Neuenfels)在他90岁寿辰庆典上说:“看到你们在一起,就会觉得连石头也会跳舞。”


多斯特和妻子四年前才迁居柏林——在40多年的平静的慕尼黑生活之后。在实验面前从不退缩的他直言不讳:“我还想有所创新。” 2006年,80岁高龄的他在拜罗伊特重新排演瓦格纳《尼伯龙根的指环》,以歌剧导演身份首次亮相——却是引来嘘声四起。
 

他的最后一部作品《墙上的蓝色》(Das Blau in der Wand)是一对老年夫妇的人生对谈,去年夏天作为杜塞尔多夫剧院和雷克林豪森的鲁尔文艺汇演(Ruhrfestspiele)的合作项目首次上演。剧作仍体现他的信条:“在我剧场的入口,我要写上:我们不是医生,我们是痛苦本身。”


原标题:《坦克雷德·多斯特逝世:“我们就是痛苦”》

作者:纳达·韦盖尔特(Nada Weigelt),德新社(dpa)
翻译: 肖霄
版权: dpa



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Zum Tod von Tankred Dorst

„Wir sind der Schmerz“



Er erhielt den Georg-Büchner-Preis und den Max-Frisch-Preis, sein Lebenswerk wurde mit dem Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. Jetzt ist Tankred Dorst mit 91 Jahren gestorben.


Über den „entsetzlichen Zustand der Welt“ hat sich Tankred Dorst nie Illusionen gemacht. „Das Heillose ist für den Dramatiker segensreich, da es ihn mit Stoff versorgt“, sagte der Stückeschreiber einmal. Und so war ihm die Welt mit ihren Mythen und Märchen, ihren Visionen und Konflikten ein schier unerschöpflicher Fundus für seine Theaterarbeit. Am Donnerstag ist der große Geschichtensammler mit 91 Jahren in seiner Wahlheimat Berlin gestorben. 


Mehr als 50 Stücke hat Tankred Dorst in den vergangenen 50 Jahren geschrieben – einer der wichtigsten und produktivsten Autoren des deutschen Gegenwartstheaters. Noch bei einer anrührenden Feier zu seinem 90. Geburtstag im Haus der Berliner Festspiele kündigte er im Dezember 2015 an, er arbeite an einem neuen Stück. „Eines will ich noch hervorbringen“, meinte er damals, rüstig nur auf den Silberknauf seines Gehstocks gestützt. Bis zuletzt ließ er sich, leise und hochinteressiert, bei literarischen Ereignissen in der Hauptstadt sehen, etwa im Haus der früheren Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz.


Sein Meisterwerk ist bis heute das Antikriegsstück Merlin oder Das wüste Land, das 1981 am Düsseldorfer Schauspielhaus Premiere feierte. Die Neuauflage der Artus-Sage um den Zauberer und Teufelssohn Merlin ist mit ihren fast 400 Seiten, 97 Szenen und bis zu zehn Stunden Aufführungsdauer eine Herausforderung für jeden ambitionierten Theatermacher. „Ein grandioser Weltuntergangsentwurf wie Wagners Ring“, befand Die Zeit.


Merlin oder Das wüste Land | © amazon.de


Weltuntergang – das ist früh Dorsts Lebensthema. Der Vater, ein Fabrikbesitzer aus dem thüringischen Oberlind, stirbt, als der Junge sechs ist. Mit 17 wird er kurz vor Kriegsende an die Westfront geschickt und gerät für mehrere Jahre in amerikanische Gefangenschaft. Zurück in der Heimat ist er entwurzelt und orientierungslos, bis während des Studiums die Arbeit an einem Münchner Marionettentheater für Erwachsene die Wende bringt.


Schon bei seinem ersten großen Stück Die Kurve, 1960 in Lübeck uraufgeführt, wird der Westdeutsche Rundfunk aufmerksam. Kurz darauf beginnt die langjährige, produktive Zusammenarbeit mit Peter Zadek, einem „jungen Genie aus London“, wie der Verlag damals sagt. Werke wie Toller, Eiszeit und Auf dem Chimborazo kommen auf die Bühne, später folgen etwa Korbes, Karlos und Herr Paul. Auch Filme wie Klaras Mutter und Eisenhans entstehen. 


„In unseren Dezennien“, sagte Laudator Georg Hensel 1990 bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises, „hat kein anderer deutscher Stückeschreiber so viele Tonarten, eine solche Orgelbreite: sentimental, treuherzig, tollpatschig, gefühlvoll, humorvoll, ironisch, sarkastisch, zynisch-ordinär, hundsgemein – und immer taghell.“ Schwarzer Faden bleibt durch die unterschiedlichsten Formen und Themen hindurch das Scheitern des Menschen an seiner Utopie.


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Seit Anfang der 1970er-Jahre war die um 15 Jahre jüngere Drehbuchautorin und Regieassistentin Ursula Ehler Dorsts Alter Ego. Sie wurde seine Frau – und bei den meisten Werken auch seine Co-Autorin. „Wenn man Euch zusammen sieht, könnte man meinen, ein Stein tanzt“, sagte der Regisseur und Wegbegleiter Hans Neuenfels bei der Feier zum Neunzigsten in Berlin.


Erst vor vier Jahren war Dorst mit seiner Frau nach Berlin gezogen – nach mehr als vier Jahrzehnten im eher beschaulichen München. „Ich wollte nochmal was Neues machen“, sagte der Autor, der auch sonst nicht vor Experimenten zurückschrak. Als damals schon 80-Jähriger hatte er 2006 mit einer Neuinszenierung von Wagners Ring in Bayreuth sein Debüt als Opernregisseur gegeben – allerdings begleitet von heftigen Buh-Rufen.


Sein letztes Stück, Das Blau in der Wand, das Lebensgespräch eines gealterten Paares, wurde im vergangenen Sommer als Koproduktion des Düsseldorfer Schauspielhauses mit den Ruhrfestspielen in Recklinghausen uraufgeführt. An seinem Motto hielt er auch dort fest: „Über das Portal meines Theaters würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.“


Autorin: Nada Weigelt, dpa

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Juni 2017


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